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Seide

Geschichte

Die Geschichte der Seide geht bis ins 3. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung zurück. Zu dieser Zeit ist die Seide erstmals in chinesischen Dokumenten erwähnt worden. Sie kam gemeinsam mit anderen Handelsgütern über die Seidenstraße nach Westen.

Die Seide war für viele Jahrhunderte ein Stoff, der vom Adel bevorzugt wurde und auch wegen des hohen Preises allein ihm vorbehalten war. Auch heute noch ist die Seide, insbesondere die hervorragende Kokonseide, die auch Haspelseide genannt wird, ein sehr seltener, feiner und kostbarer Stoff.

Koza Han, Bursa„Obwohl Koza Han (in Bursa) schon lange nicht mehr mit schneeweißen Seidenwurm-Kokons gefüllt ist, werden der Name des Gebäudes und die Stadt Bursa in der Türkei noch immer mit Seide gleichgesetzt. Seide wurde nachweislich seit 2600 v.Chr. in China produziert. Die Chinesen hüteten das Geheimnis der Seidenproduktion über 2000 Jahre lang wie ihren Augapfel. Eine Sage berichtet, dass 149 v.Chr. Hakan, der König von Khotan in Turkistan (heute erstreckt sich das Gebiet vom Kaspischen Meer bis zur Wüste Gobi), eine chinesische Prinzessin heiratete. Sie wollte die Seide nicht missen, also schmuggelte sie in ihrem Kopfschmuck Kokons mit Seidenwürmern in ihre neue Heimat.

Später entsandte Hakan 400 Seidenproduzenten nach Bursa und verbreitete so die Seide weltweit. Während der osmanischen Herrschaft war Bursa nicht nur der Seidenlieferant für den osmanischen Hof, sondern auch für die europäischen Herrenhäuser. Bereits im 15. Jahrhundert exportierte Bursa Seide in die ganze Welt und galt als wichtiges Zentrum für die Seidenraupenzucht.“


EigenschaftenKokon des Seidenspinners

Die Seide ist der feinste und zugleich festeste und dehnbarste Faden, der von der Natur geschaffen wird. Es ist den Menschen bisher nicht gelungen, diesen Faden künstlich nachzubilden.

Seide zeichnet sich durch ihren Glanz und ihre hohe Festigkeit aus, dennoch ist der Faden äußerst dehnbar. Durch diese Elastizität ist Seide beinahe vollkommen knitterfrei. Seide wirkt isolierend gegen Kälte und Wärme, denn als Naturfaser „atmet“ die Seide: Sie ist kühlend im Sommer und wärmend im Winter und kann ebenso wie Wolle bis zu einem Drittel ihres Gewichtes an Wasser einlagern, ohne sich feucht anzufühlen. Durch ihre geringe Dichte, ist die Seide sehr leicht. Seide nimmt Gerüche schwer auf – und gibt sie leicht wieder ab. Sie ist sehr reiß- und scheuerfest und somit sehr haltbar. Beim Färben der Seide werden besonders brillante Farben erzielt. Durch diese hervorragenden Eigenschaften eignet sich die Seide perfekt zur Herstellung feinster Teppiche.

Die Hauptqualitäten der Seide

Haspelseide

Hier wird der innere Endlosfaden des Kokons, der bis zu 4.000 Meter lang sein kann, abgewickelt. Dieser Faden ist besonders weich, geschmeidig und fein. Wegen seiner Seltenheit ist er besonders wertvoll.

Schappeseide

Bevor der innere Endlosfaden für das Abwickeln der Haspelseide erreicht wird, werden die kurzen Fasern vom Rand abgezupft. Auch am Ende des Endlosfadens gibt es Fäden, die nicht mehr abgewickelt werden können, sondern gezupft werden. Diese "Abfälle" werden zum Chappegarn (oder Schappeseide) versponnen. Von der hochwertigen Haspelseide unterscheidet sie sich durch eine etwas raue und faserige Oberfläche.

Bourettseide

Zur Herstellung der Bourettseide werden die ganz kurzen, sonst nicht zu verwendenden Fäden des Kokons genommen, die dann in einem speziellen Verfahren (Grobspinnverfahren) versponnen werden.

Die Seide, die in den echten Hereke Seidenteppichen verarbeitet wird, ist grundsätzlich Haspelseide aus Bursa mit einem sehr langen Faden. Die Kokons werden behutsam gelöst, so dass kein Bruch entsteht. Der daraus gezwirnte Seidenfaden splisst kaum. Er ist schwer, glatt und äußerst robust.Im Vergleich dazu ist der übliche dünne chinesische Faden leicht, spröde und splissig.

Seine natürliche Farbe geht immer ins Perlmuttfarbene, während die Kettfäden eines chinesischen Seidenteppichs wesentlich heller ist.

Quelle Bild Seidenkokon: Wikipedia